Gut zu wissen – Videokapsel

Das kleinste U-Boot der Welt

Mit einem großen Schluck Wasser spült man die Kamera-Kapsel (sog. Pill-Cam) herunter. Dann macht sich das unscheinbare Mini-U-Boot, das gerade mal so groß ist wie eine Penicillin-Tablette, auf die Reise durch Ihren Körper.
Mit einer winzigen Kamera ausgestattet, liefert die Pill-Cam in den nächsten neun Stunden gestochen scharfe Bilder aus dem Magen-Darm-Trakt. Über Funk schickt es in jeder Sekunde zwei Bilder an einen tragbaren Datenrekorder, den man wie einen Gürtel um den Bauch trägt. Währenddessen kann man nach Hause und dem normalen Tagesablauf nachgehen. Lediglich duschen und baden ist nicht erlaubt.

Die Kapsel, die etwa 590 Euro kostet, landet schließlich in der Toilette. Man kann sie nicht wiederverwenden. Die Daten des Rekorders werden nach der Rückgabe des Geräts in der Praxis von unseren Ärzten ausgewertet.

Kapselendoskopie ermöglicht umfassenden Einblick

Patienten profitieren von der Spiegelung mit der Pill-Cam durch genauere und umfangreichere Untersuchungsergebnisse. Die Methode wird seit 2001 in der Medizin angewandt und wurde bereits im Jahre 2002 am MVZ Essen-Nord-West etabliert. Die wichtigsten Vorteile des Verfahrens gegenüber den traditionellen radiologischen und endoskopischen Methoden sind:

  • einfache, sichere und nicht-invasive Alternative
  • keine Strahlenbelastung
  • keine Sedierung des Patienten
  • keine Einnahme eines Kontrastmittels
  • hohe Patientenzufriedenheit durch einfache Einnahme der Kapsel und minimale Beeinträchtigung durch die Untersuchung

Die Spiegelung mithilfe der Pill-Cam schließt darüber hinaus vielfach die diagnostische Lücke im Bereich des Dünndarms. Mit der herkömmlichen Darmspiegelung gelangt man nicht in sämtliche Abschnitte des bis zu sechs Meter langen Dünndarms. Mit der Videokapsel kann die Ursache für chronische Darmblutungen, chronische Durchfälle oder Bauchschmerzen im Dünndarm gesucht und abgeklärt werden. Schleimhautveränderungen, Polypen, Tumore, Ausstülpungen oder Gefäßanomalien sind vom Arzt schneller zu erkennen und zu orten.

Wenn Sie wissen wollen, ob diese Methode für Sie in Frage kommt, sprechen Sie unsere behandelnden Ärzte gerne darauf an.

Hinweis

Die Kapsel-Endoskopie wird von den gesetzlichen Krankenversicherungen im Allgemeinen nicht übernommen. Deshalb sollten Sie vor Beginn der Untersuchung bei Ihrer Krankenkasse anfragen, ob die Kosten (ca. 1.000 Euro) in Ihrem Fall übernommen werden.