Gut zu wissen – Darmkrebs

Darmkrebs kann jeden treffen

Kennen Sie auch jemanden, der an Darmkrebs erkrankt ist?
Es wäre nicht ungewöhnlich, denn Darmkrebs ist die häufigste Krebsform in Deutschland: im Laufe des Lebens erkranken 5 von 100 Menschen daran. Erschreckend ist, dass jedes Jahr etwa 29.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung sterben. Darmkrebs ist durch Früherkennung nahezu komplett heilbar.

Frühzeitig erkannt, ist Darmkrebs heilbar

Darmtumoren wachsen langsam und verursachen jahrelang keine Beschwerden. Erste Anzeichen werden oftmals nicht erkannt. Da die Heilungschancen jedoch entscheidend davon abhängen, dass ein Tumor so früh wie möglich entdeckt wird, sind Vorsorge-Untersuchungen bei Darmkrebs ganz besonders wichtig. Nehmen Sie Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ernst. Häufige Verstopfung, Krämpfe oder wiederkehrenden Durchfall sollten Sie immer durch einen Arzt abklären lassen.

Früherkennungsmethoden

Zur Darmkrebsfrüherkennung stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung, die auch miteinander kombiniert werden können. Folgende Methoden gehören zu den Vorsorgeuntersuchungen gegen Darmkrebs:

  • Lebensretter Darmspiegelung (Koloskopie):
    Dies ist die zurzeit effektivste und treffsicherste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Mit der Vorsorgedarmspiegelung lässt sich Darmkrebs zu nahezu 100 Prozent verhindern. 
Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein dünnes, schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Endoskop) durch den After in den Darm ein. Mit der Minikamera, die an der Spitze des Gerätes montiert ist, kann das Innere des Darms genau inspiziert werden. Durch spezielle Arbeitskanäle im Endoskop können kleine Instrumente in den Darm vorgeschoben werden,
um beispielsweise Gewebeproben zu entnehmen oder Darmpolypen abzutragen.
  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkultbluttest):
    Mit diesem Test lässt sich mit dem bloßen Auge nicht sichtbares Blut im Stuhl aufspüren, das möglicherweise von Darmtumoren oder Darmpolypen aus dem Darminneren stammt. Der Okkultbluttest sollte regelmäßig, und zwar einmal jährlich durchgeführt werden. Mit seiner Hilfe können 25 bis 30 Prozent der Polypen und Tumoren gefunden werden.
  • Tumor M2-PK-Stuhltest:
    Dieser Test weist anstelle von Blut ein tumorspezifisches Enzym im Stuhl nach und soll auf diese Weise eventuell vorhandene Darmtumoren in einem frühen Stadium entdecken. Nach Aussage des Herstellers können damit 85 Prozent der Tumore entdeckt werden. Der Test wird nicht von den Krankenkassen übernommen, kann aber in Apotheken oder über Ihren Hausarzt zur selbstständigen Durchführung zu Hause erworben werden.
  • Austastung des Mastdarms:
    Diese relativ einfache Methode kann auch von Ihrem Hausarzt durchgeführt werde. Dabei wird der Bereich des Mastdarms mit dem Finger abgetastet. So können schon 50 Prozent der Tumoren im Mastdarm entdeckt werden. Allerdings reicht diese Methode zur Darmkrebsvorsorge allein nicht aus, weil Darmtumore oder -polypen häufig auch in höher gelegenen Darmabschnitten vorkommen.
  • Virtuelle Koloskopie (CT-Kolonographie):
    Ein neues High-Tech-Verfahren ist die virtuelle Koloskopie, bei der mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) Schichtaufnahmen vom Bauchraum erstellt werden. Ein 3D-Computer-Programm wandelt die erhaltenen Daten in ein räumliches Bild vom Darm um. Der Arzt kann so am Bildschirm den Darm nach verdächtigen Bezirken absuchen.
Bei dieser Methode muss kein Untersuchungsinstrument in den Darm eingeführt werden, doch können kleine oder flache Darmpolypen leicht übersehen werden. Außerdem muss sich immer auch eine normale Darmspiegelung anschließen, wenn ein Polyp entdeckt wird. Denn der kann nur mit Hilfe des Endoskops entfernt werden.